Testbericht zum E Ride Pro SS 2.0: 12 kW in einem 63 kg schweren Paket
Der Markt für Elektro-Dirtbikes wird an beiden Enden des Spektrums immer dichter – von federleichten Einsteiger-Bikes unter 8 kW bis hin zu brutalen 25-kW-Maschinen, die Respekt einflößen. Das E Ride Pro SS 2.0 positioniert sich klar in der Mitte und liefert überraschend überzeugende Argumente dafür, warum genau das der beste Platz ist.
12 kW: Genug, um es ernst zu meinen
Der SS 2.0 verfügt über einen bürstenlosen, luftgekühlten Motor mit einer Spitzenleistung von 12 kW – genug, um in 2,36 Sekunden von 0 auf 48 km/h zu beschleunigen und im Gelände eine Höchstgeschwindigkeit von rund 96 km/h zu erreichen. Damit liegt er deutlich vor dem Sur-Ron Light Bee X und dem Talaria Sting MX4, die beide eine Spitzenleistung von 8 kW erreichen.
Die Kraftentfaltung ist kraftvoll, aber gut kontrollierbar. Im Gegensatz zum 25-kW-Spitzenleistung des SR – deren optimale Nutzung Erfahrung erfordert – bietet der SS 2.0 erfahrenen Fahrern alles, was sie für technische Anstiege und das Überwinden von Hindernissen benötigen, ohne Neulinge zu überfordern. Und sollte sich die Leistung von 12 kW auf Trails als zu schwach anfühlen, lässt sich durch den Wechsel zu einem größeren hinteren Kettenrad die Höchstgeschwindigkeit zugunsten von Drehmoment opfern. Man fällt zwar von ~96 km/h auf etwa 80 km/h zurück, aber der Durchzug im unteren Drehzahlbereich wird richtig wild – mehr als genug für ernsthaftes Offroad-Fahren.
L1e: Die straßenzugelassene Variante
Wie die SE ist auch die SS 2.0 in einer L1e-zertifizierten Ausführung erhältlich, die für den Einsatz auf öffentlichen Straßen auf 45 km/h und 3,7 kW begrenzt ist und in den meisten EU-Ländern als Moped zugelassen werden kann. Die Hardware ist bei beiden Versionen identisch – gleiche Batterie, gleiche Federung, gleiche Bremsen –, lediglich die Software ist zur Einhaltung der Straßenverkehrsordnung begrenzt. Die Umschaltung in den uneingeschränkten Modus für den Einsatz auf Privatgrundstücken ist unkompliziert.
Eine umfassende Diebstahlversicherung für ein so leistungsstarkes Fahrrad ist ein bedeutender Vorteil im Alltag, den man leicht unterschätzt, bis man ihn tatsächlich braucht.
Akku: 2 880 Wh mit Samsung-Zellen
The 72V 40Ah Samsung lithium pack (2 880 Wh) is swappable and charges from 20% to 90% in around two hours. Official range is 124 km — a figure that reflects mixed riding. Aggressive trail sessions will land closer to 80 km; relaxed commuting will stretch it further.
The high-voltage 72V architecture matters on long climbs: torque output stays consistent as the pack drains, which is a real advantage over 48V competitors.
Weight: Where the SS 2.0 Makes Its Case
Mit 63 kg inklusive Akku – und 55 kg ohne – ist die SS 2.0 deutlich leichter als die SR mit ihren 83 kg. Diese 20 zusätzlichen Kilogramm der SR machen fast ein Drittel des Gesamtgewichts der SS 2.0 aus. Auf einem Geländemotorrad spürt man jedes einzelne davon in engen, technischen Passagen.
Der herausnehmbare Akku bietet zudem einen praktischen Vorteil: Mit einem Gewicht von 55 kg passt das Fahrrad ohne Akku auf einen handelsüblichen Fahrradträger für die Anhängerkupplung. Wochenendausflüge, Familienurlaube, Rennstreckentage fernab von zu Hause – das SS 2.0 kommt ganz ohne Anhänger aus.
Fahrwerk und Bremsen
Das SS 2.0 ist vorne mit einer einstellbaren FastAce ALX13RC-Upside-Down-Gabel und hinten mit einem FastAce BDA53RC-Dämpfer ausgestattet – beide sind in Druck- und Zugstufe voll einstellbar. Ein Hinweis: Die Federraten sind auf Fahrer mit einem Gewicht von über ca. 80 kg abgestimmt. Leichtere Fahrer könnten das Fahrwerk als etwas zu hart empfinden und von einer weicheren Feder oder einem Upgrade des Stoßdämpfers profitieren. Für diejenigen, die erstklassiges Handling wünschen, sind Fox, Marzocchi oder der Manitou Dorado Expert bewährte Upgrades für diese Plattform.
Die Bremsleistung wird durch hydraulische Scheibenbremsen mit regenerativem Bremssystem in drei Stufen (aus / niedrig / hoch) gewährleistet. Die regenerative Bremsfunktion sorgt bei Gefällefahrten für eine leichte Reichweitenverlängerung und verleiht dem Bremsvorgang ein natürliches, direktes Gefühl.
Die hintere Schwinge ist schmaler als beim 3.0 oder SR, was die maximale Breite des Hinterreifens einschränkt. Mit den richtigen Offroad-Reifen (2,75–19 vorne und 3,00–18 hinten) meistert sie die meisten Geländearten souverän.
Display und Ergonomie
Das große Farbdisplay ist eine echte Bereicherung für den Alltag – hell, auch bei Sonnenlicht gut ablesbar und übersichtlich gestaltet. Die Sitzhöhe beträgt 830 mm und die maximale Tragfähigkeit liegt bei 220 kg, sodass auch schwerere Fahrer und Gepäck bequem Platz finden.
Fazit
The SS 2.0 is the pragmatist’s pick in the E Ride Pro range. It doesn’t have the SR’s headline power figure, but in most real-world riding scenarios — technical trails, tight tracks, daily commutes, weekend trips — the weight advantage more than compensates. A 63 kg bike with 12 kW of instant torque and L1e registration is a package that’s genuinely hard to find elsewhere.
